Tag Archive: Blut


Busfahrt-Blogingtime

„Der ist ja heiftig. Zeig mal.“ Gemeint ist der Schnitt der aufgrund (zu)kurzer Hosen sichtbar wird.
„Naja“, sage ich und ziehe meine Turnhose weiter nach oben um einen ganzen Block weiterer Wunden zu zeigen. Ich drehe mich noch und zeige auch mein anderes Bein. Ich bin amüsiert und lächle.
„Tut das denn nicht weh?“
Ich zucke die Achseln. Ja es tut weh, immer wieder. Jeder Schnitt, jeder Schritt. Und immer wieder fliesst das Blut. Heilen lassen? Ist nicht. So kratze ich immer und immer wieder, bis der Schnitt blutet oder nicht weiter aufgekratzt werden kann.

~No Angels von Bastille in den Ohren. Busfahrend. Denkend. Lebend. Träumend.~
Und da denk ich mir: Du hast Zeit, schreib einige Zeilen.
Der Tag ging von blanker Wut über Hass zu Tränen und ab und an gab es ein Lachen.

Und so der Knopfkopf spricht, frag nur, zöger nicht.
~KAIJU~

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Wille-Kontrolle-Kontrollverlust

!!(TRIGGER)WARNUNG: Dieser Beitrag enthält Blut, wer das nicht ertägt, sollte nicht lesen!!

 

Am Anfang steht der Wille: Ich will mich schneiden. Nicht weil ich angespannt bin, auch nicht weil der Tag besonders schlecht war. ~An dieser Stelle ignoriere man den Beginn des Zeichenunterrichts, da war mir nach ausrasten zu Mute.~ Einfach nur, weil mir die Vorstellung so sehr gefällt. Ausserdem wollte ich wissen, ob dieses Skalpell wirklich nicht schneidet.

Erstmal dachte ich, ich lass es sein, doch dann war mein Vater weg, da war der Weg. Ich holte also das Skalpell und eine neue Klinge, hat schon was praktisches, dass ich mir die nicht selbst organisieren muss.

Skalpell angesetzt, schneiden, mehr Druck auf die Klinge, doch wieder etwas weniger. Ergebnis: Das Skalpell schneidet nicht. Griff zur Rasierklinge. Ein, zwei Schnitte nur, hat bisher auch immer ganz gut geklappt. Die Wunden und Narben interessieren keinen, ausserdem lachst du zu viel.

Nach diesen Schnitten verschwand die Kontrolle, Kontrollverlust, schneiden, schneiden, schneiden.

Abwarten, atmen, abwarten…

Da das Blut, erst nur Tropfen. Los hol dein Handy, du musst das festhalten, nur so für dich, wie du es auch mit anderen Verletzungen schon gemacht hast. Du hast sogar einen Ordner dafür.Als ich zurück bin, im Badezimmer welches sich im unteren Stock befindet, spühre ich wie das Blut über meine Beine läuft. Foto machen. Abwarten, atmen….

Das blutet schon krasser als sonst, meinst du es war etwas zu viel? Kann ich das alles behandeln bevor jemand nach Hause kommt?

Das Blut verschmiert bloss. War das nicht zu erwarten? Du Genie hast das wohl mal wieder nicht bedacht oder?

Ich nehme meine Sachen, die Beine muss ich im oberen Badezimmer behandeln. Blut wegputzen, Merfen drauf, erneute Blut wegputzen. Pflaster drauf, noch ein Pflaster, noch ein drittes. Muss genügen. Scheiss Pflaster, wenn ich schon sowas mache, sollte ich mir irgendwie bessere Pflaster kaufen, oder Verbände? Lange Turnhosen? Alles davon?

Scheisse!

Mein Gesicht einschmieren, mein Behandlungsmaterial wieder an seinen Platz bringen. War dir das klar? Das war doch Absicht nicht? Wenn du nach einem Grund zum schneiden suchst, wirst du auch einen finden, kein Zweifel.
Wie erklärst du das? Hmm, ich würde sagen verbergen, bis es etwas besser aussieht, Entwarnungen raus geben, mir gehts gut. Ich wollte das so, nur hab ich dann, ein wenig die Kontrolle verloren.

Diese Worte sind lediglich nacherzählt, da können sich Gedanken einschleichen, die in der originalen Situation nicht da waren, allerdings, so finde ich, beschreibt es doch ganz gut, was in meinem Kopf so für „Gespräche“ entstehen.

Da waren sogar Tränen, ein paar wenige. Mir ist etwas schwindlig und da ist ein Kloss in meinem Hals.

Und so der Knopfkopf spricht, dumm oder nicht?
~KAIJU~

Aufräumen…

Oft erkennt man nicht, wo die Wege hinführen, welche Hindernisse auf dem Weg sind und wo wir uns helfen lassen können. ~So ein Satz ganz nach chnopfchopf.~
Die letzten Tage waren geprägt von Höhen und Tiefen, meist in ziemlich schnellem Wechsel. Im einen Moment springe ich beinahe übermenschlisch schnell von meinem Stuhl auf und balle die Fäuste, nur um dann zu merken, was passiert ist. Ganz plötzlich fand ich mich in diesem Moment, wo ich da stand, bereit, so stark wie mein Arme es erlauben, gegen den vermeintlichen Gegner zu kämpfen und das obwohl es keine Gefahr gab. Geschlagen habe ich nicht, zum Glück. Der Zorn verschwand dann auch irgendwann wieder.

Ehrlich gesagt, bekomme ich die Woche nicht auf die Reihe, sprich, ich kann nicht erzählen was alles passiert ist, ich bemühe mich trotzdem ein wenig.
Dienstag war Therapie und da wurde neues offen gelegt, was nun auch hier frei heraus geschrieben werden kann. Schön seit einiger Zeit überlege ich mir, hier zu schrieben, dass ich kiffe. Es verbindet und es verbannt die Gedanken, mal besser, mal schlechter.

Donnerstag im Zeichnen waren meine Augen nicht so ganz bei mir und meine Gefühle wohl noch ein Stück weiter weg. Diese paar wenigen Worte unserer Lehrerin hatten genügt und meine Augen überliefen. ~Na toll, mitten in der Stune Tränen in den Augen.~ Hat hoffentlich keiner mitbekommen, verstanden hätte man es nicht, nicht mal ich verstand.

Im einen Moment wollte ich tot sein, im anderen leben, von Zeit zu Zeit sogar sterben. Immer dann, wenn in meinem Kopf der Schalter umspringt, kommt diese Gedankenstimme, nicht die normale, die besondere. Diese Gedankenstimme, die mir erzählt, wie es mir geht, die die Gefühle in Worte zu fassen scheint. Angst ersetzt zu werden, Wut über die anderen, Hass gegen mich selbst.
Solchen Stimmen sollte man nicht zu oft die Kontrolle über sämtliche Gedanken, Gefühle und Handlungen überlassen und doch wehre ich mich meist nicht dagegen.

Ich frage mich, ob ich dass alles den so will und komme immer wieder zu dem Schluss, nein, ich will nicht. Auf der einen Seite will ich nicht ständig Angst haben, ich will nicht Gefangen sein von meinen Gedanken, ich will die Kontrolle nicht verlieren und auf der anderen Seite, will ich das Blut, ich will die Schnitte, die Verletzungen, ich will nicht mehr leben, will nicht aufstehen, will mich nicht bewegen und lasse mich vollkommen auf die Gedanken ein, die mich immer weiter in einen dunklen Abgrund ziehen.
Und doch lache ich, ich bin amüsiert von den kläglichen Resten meiner selbst und es bereitet mir fast Vergnügen zu sehen, zu was ich geworden bin.

~Schreibe ich so schrecklich wie ich das empfinde? Grauenhaft.~ Ich flüchte mich in die Welt von Metin2, da gibt es immerhin Aufgaben, die mir lösbar und lohnenswert erscheinen.

Und so der Knopfkopf spricht, mehr zu motzen hab ich nicht.
~KAIJU~

I’m fine, but listen..

Mir gehts gut. Meinem Bein auch, steht da drauf. Angeschrieben, kann man sagen.
Es brennt ein wenig. Zufrieden bin ich nicht, mit meinem Werk. War irgendwie dumm, nicht? – Doch, war definitiv dumm, toll gemacht.

Wie sehr will ich irgendwem schreiben, einfach nur erzählen. Ich bekomme Angst, vor mir, vor meinen Gedanken und vor der Situation. Ich hasse und ich will zerstören, völlig sinnlos, völlig unnötig, ohne wahren Grund, ist da diese Wut.
Und dann der vermeintliche Kontrollverlust, Schmerz, Angst, die Gedanken werden langsamer.
Warum ist keiner da, dem ich erzählen könnte? Ganz allein, ich möchte ja keinen belasten.

Der Schmerz im Bein ist real, genau wie die Scherbe real war, das Blut ist ebenfalls da. ~Es ist nicht eine Träne wert. Ich bin nicht eine Träne wert.~

Schwer und kalt, einsam und allein, verängstigt und übermütig, alles schwankt.

Und so der Knopfkopf spricht, bis alles zusammen bricht.
~KAIJU~

Ich steh mir im Weg

Ich könnte von Dienstag berichten, wäre ein guter Bericht, oder von Mittwoch, ebenfalls positiv. Aber wisst ihr was? Ich berichte von heute, nicht ganz so toll. Da waren Menschen, die redeten, wie toll alles ist, wenn doch in echt, das Leben einfach nur trostlos ist. Wie kann jemand von seiner tollen intakten Familie sprechen, von einem Umfled, das einem unterstützt, von tollen Freunden und das alles, in meiner Gegenwart, in mein Gesicht.

Stress pur, das Leben ist einfach nur Bläääh und ja, dass ist genau so wie ich mich fühle. Oder besser, ich fühle mich schlimmer, oder fühlte. Wertlos, undankbar, widerlich, pessimistisch, lebensmüde, aggressiv, verängstigt. Doch die drei Schnitte, die sind nun da. Warum? Nicht weil ich sauer war, einfach nur so irgendwie, irgendwie um mich zu strafen, irgendwie um allen zu zeigen, dass sie mich können, dass sie ihre Schnauzen halten sollen, dass sie mir nicht erzählen sollen, wie gut es ihnen geht.

Drei Schnitte mehr, zwei am Bein, einer am Arm. Die Rasierklinge ist verblüffend, es brennt beim schneiden und dannach, dann brennt es noch mehr. Aber es braucht keine Kraft, es geht bis aufs Blut. Entschuldige Schere, aber du wirst überflüssig. ~“It’s better to feel pain, than nothing at all.“~

Ich kann das einfach nicht, dieses „glücklich sein“, dieses „tolles geniessen“, dieses „leben“. Ich kann mir nur noch schaden, jeden Tag geht etwas mehr von mit verloren, jeden Tag werde ich mehr zerrissen. Wie kann man da wegsehen? Wie kann man da ernsthaft fragen, warum ich mich unwohl fühle wenn jemand aus meiner Familie da ist?

Der Tag war gut, aber auch schlecht. Was passiert ist, ist passiert. Ich belohne mich mit etwas Schlaf. Wenn es das Schicksal so will, kann ich eventuell doch mal etwas gutes berichten, morgen könnte was positives passieren. Man weiss ja nie, oder?

Und so der Knopfkopf spricht, mehr zu berichten hab ich nicht.
~KAIJU~

Verwirrt und dumm

Die Zeit vergeht, es vergehen Minuten, Stunden Tage. Die Tage fliessen ineinander, die Wochenenden sind verschleiert, unter der Woche ist alles taub, alles verändert. Bin ich hängen geblieben? Habe ich mich noch mehr verloren? Sollte ich es beenden? Dafür ist es doch längst zu spät, nicht? Ich bin da so reingekommen, ich wollte das ja nicht, es sollte sowas wie eine Ausnahme sein. Zu spät, ich lebe dafür, ich lebe, weil es das alles gibt, weil es mir erlaubt, nicht allein zu sein, weil es mir erlaubt eine andere Welt zu sehen, weil ich nicht allein bin. Ich weiss, es ist dumm, ich bin dumm und es ist mir egal.

Egal ob Katze, Hund, Mann oder Frau, ich brauche Nähe, Geborgenheit. Wenn das die Gruppe macht, ist das doch okay, nicht? Die Ente, der Guru, der Pilot, wie soll die kleine Knopfkopf widerstehen? Ich bin da drin, ich weiss, es ist nicht gut, ich weiss, es ist ungesund, ich weiss, ich sollte nicht, aber im Grunde ist es mir egal. Die letzen Wochen verschwimmen, mehr und mehr, Schule, Gespräche, Nachrichten, Prüfungen, was war da, was war da nicht? Ich will nicht hängen geblieben sein, ich will das nicht, ich will nicht aussteigen, denn, so unlogisch das klingt, es ist genau dass, was es mir erlaubt nicht allein zu sein.

Macht nicht so viel Sinn, ich nenne die Dinge ja auch nicht beim Namen, wieso auch. ~Mal im Ernst, ich kenne den grössten Teil meiner Leserschaft nicht, obwohl ihr mich besser zu verstehen scheint, als mancher den ich seit langer Zeit kenne.~ Meine Kratzspur ist beinahe verheilt, da sind nur noch 5 kleine Wunden, jeden Tag kratze ich diese auf, jeden Abend, immer wenn ich alleine bin. Dann sehe ich das Blut, es ist wunderschön, es schmeckt nach Kindheit.
~Ich sehe meinen rechten Arm, ich weiss, wo die Stelle war, die Stelle, die ich aufgekratzt hatte, die Stelle, die heute gezeichnet ist, von einer Narbe, die keiner sieht.~ Wie alle Narben, warum bleiben sie nicht, warum kann ich nicht kaputt aussehen?

Ich habe mit meinem Bruder gesprochen, gerade eben, nicht so oberflächlich, nein er hat erzählt, das ihn morgen eine besuchen kommt, sowas wie ein Date. Sie will reden, er ist offensichtlich verwirrt, kann man ihm ja kaum verübeln. Es ist schön, das wir reden, auch wenn es sich auch ca. 5min am Tag beschränkt. Ob er es weiss? Ob wer weiss, wie ich über die Stänge schlage? Er würde es verstehen, er war nicht besser, ich weiss nicht wie es jetzt aussieht. ~Kenne ich ihn den überhaupt? Kennt er mich? Wie gut kenne ich meine Schwester?~

Ich verstehe die Menschen, die Klingen mögen, ich will nicht lügen, meine Gedanken schweifen oft ab, Richtung Küche, zu den Messern oder Richtung Büro, da wo es Rasierklingen gibt. Da stand ich, vor kurzer Zeit, in meiner Hand ein Skalpell, keine Ahnung woher das kommt. Es war sowas wie ein Test, könnte ich mich schneiden? Ich gehe davon aus, das die Klinge, nicht sonderlich scharf war, denn ich habe keinen Schnitt, zu wenig Druck auf die Klinge ausgeübt. ~Es ging mir ja auch gut, ich wollte mich damals nicht schneiden, ich wollte nur abklären, ob es möglich wäre.~ Und es wäre und ist möglich, aber bisher komme ich gut mit den Wunden klar, die ich nur aufkratzen muss, oder mit den Kratzern unserer Katze, die ich gerne in Kauf nehme. Katzenkratzer sind Wunden, die von der Gesellschaft gesehen und nicht hinterfragt werden. Warum fragt keiner? Ich meine ich sehe die Wunden, sie sind schön, ich kann sie aufkratzen, dann ist da Blut.

Brauche ich das? Brauche ich, die langen Abende, welche nicht gesund sein können? Brauche ich die Katzenkratzer? Muss ich den Wunden, das heilen schwer machen? Muss ich allein sein?

Ich hinterfrage so vieles, ich bin mir nicht sicher, ist da mehr? Wer bin ich? Was will ich? Bin ich überhaupt? Ich bin chnopfchopf, ich will Nähe, Geborgenheit, jemanden an meiner Seite, aber ich bin nicht. ~Alles verschwommen, alles Traumwelt, nichts ist klar, bin ich wie die eine, bin ich wie eine andere, oder bin ich, wie ich mir einrede zu sein?~ Ich bin verwirrt, was empfinde ich denn?

Und so der Knopfkopf spricht, wo bleibt das Licht?
~KAIJU~

Sag was anderes

Ich habe mich etwas beruhigt, ich bin nicht mehr so gereizt wie gestern. Im Gegenteil, ich bin recht ruhig, allerdings extrem verwirrt. Und wenn ich ehrlich bin, dann bin ich noch immer sauer. War es ein „Das ist es sehr warscheinlich nicht..“ oder war es das Gegenteil? Ich glaube tatsächlich, bereits verdrängt zu haben was ich gehört habe, da ich es nicht hören möchte.

Ich will was hören, das nicht ganz so einfach ist, wenn mir jemand sagt, was ich bereits weiss, hilft es dann? Ich will nicht hören, dass ich normal bin, ich will nicht normal sein. Ich bin schwach, wenn man das Ganze so simpel betrachtet, zu schwach für das Leben, zu schwach für die Welt. Ich will was schlimmes hören, irgendwas das erklärt warum ich so fühle, irgendwas das mir klar macht, warum ich so bin wie ich bin, ich will einen schäusslichen, hässlichen Namen für das schwarze-klebrige-emotionsverstärkende Etwas. ~Je grässlicher die Diagnose desto besser.~ Schiebt nicht alles auf das erst Beste, verdammt das ist viel zu einfach!

Der Guru war gestern noch bei mir, sie scheint erstaunlich viel zu verstehen, man kann so echt gut reden. Ich konnte mich aufregen, ja genau so war es mir zu Mute. Gestern war halt Katastrophe, ist so ja! Ich wollte nur weg, ich hatte nach Mathe und der dazugehörigen Aggressivität, allerdings in neuem Ausmass,  erneut eine veränderte Wahrnehmung, ich hatte Angst, ich wollte weg, ich wäre sogar heim gegangen! Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich gerannt, so weit wie ich gekommen wäre. Sieht mein Leben ab jetzt wirklich so aus? Werde ich täglich solchen Zorn und Hass in mir fühlen, werde ich dannach wie auf Drogen sein, werde ich mich kratzen nur um zu fühlen, werde ich schweigen und wird mir auf ewig übel sein?

Klar, nennen wir es doch ganz einfach Schwäche, Einsamkeit, Normal. ~Ich verstehe die Menschen, die sich Schmerzen zufügen von Tag zu Tag besser.~ Ist ja auch wunderschön, Wunden, Blut, Narben, Schmerzen. Ich bin einsam, danke wusst ich ja noch nicht, sagt mir das doch bitte alle ins Gesicht, auf drei los, sagt mir dann noch, das ich normal bin, genau wie alle andern, nur schwach. Kann nicht einfach mal jemand sagen das ich nicht „gesund“ bin, das ich nicht normal bin? Irgendwas schlimmes, irgendwas das ich den Leuten sagen kann, die so dumm fragen, was den los sei.

Oder sind wir so weit, dass einem niemand glaubt, ich meine so richtig garkeiner? Muss ich meinen Arm jedem zeigen? Muss ich erzählen, das ich den Schmerz wollte, muss ich das öfter machen, damit mir geglaubt wird? Bin ich denn wirklich so allein? Ich glaube manchmal, keine Freunde zu haben, ganz allein zu sein, wirklich allein. Wisst ihr dazu braucht es nur einige Stunden, nicht ein mal, einige Minuten können genügen. Eine einzelne unbedeutende Nachricht kann genügen, ein Wort, ein Bild, eine Serie.

Ich weine, ich fürchte mich, ich hasse, ich habe ein unglaubliches Verlangen zu zerstören. ~Stellt euch das Folgende mit einer zuckersüssen, bitterbösen, ironischen Stimme vor.~ Ich bin ja einfach nur gesund, ich bin normal, das Leben geht halt weiter, ich traure ja nur, es ist alles so einfach, ich bin einfach zu dumm für das Leben, ich verdiene es ja nicht, doch noch weniger verdiene ich den Tod, denn dann würde ich nicht leiden. ~Kotzwürg, die Worte kommen wie von selbst.~

Genug Scheisse für einen Eintrag findet ihr nicht? Ich langweile euch ja bestimmt nur, ist doch nur so n Teenie Ding, die Kleine soll einfach mal auf ihr Leben klar kommen, sich mit ihrem Vater vertragen, den Tod ihrer Mutter verarbeiten, damit leben, dass ihre Schwester in Italien ist und dann auch noch die Schule und alles paken, ganz einfach. Sie soll aufhören, ein Drama zu machen, ist ja eh alles nur wegen der Aufmerksamkeit, das ist doch alles nur Show. ~Danke für das Verständnis Umwelt, jetzt geht es mir so viel besser.~

Und noch der Knopfkopf spricht, bis alles zerbricht.
~KAIJU~

So, einfach weil ich es kann, ich habe rote Haare und das bleibt im Alltag nicht ohne Folgen. Ich meine hier nicht die Gesichter von Freunden, Verwandten und meiner Familie, klar deren Gesichter, als ich mit orange-roten Haaren auftauchte, waren genial. Auch am Banhof, von einem wildfremden Mann, ein Kompliment für meine Haare zu bekommen, war nicht schlecht, dazu all die überwiegend positiven Rückmeldungen meiner Freunde.
Doch was bedeutet es wirklich, rote Haare haben zu wollen und zu haben? Als erstes bedeutet es, das es schnell nur rot-orange wird, trotz Besuch beim Frisör. Ebenfalls, kann man nicht alles verwenden, um sich die Haare selbst zu färben, einige Produkte machen nach einer Woche schlapp. Und wenn man dann ein Produkt gefunden hat, welches einem nicht entäuscht, ~in meinem Falle die BRILLANCE INTENSIV-COLOR-CREME von Schwarzkopf, bisher bin ich extrem zufrieden~ hat die Sache noch einen Haken.
~Los komm auf den Punkt Mädel!~ Das Problem welches auftaucht, egal ob bei orange-roten, dunkelroten oder eher violett-roten Haaren, ist von Horrornatur. Wer mit frisch gefärbten Haaren duscht, weiss was ich meine. Die Farbe wäscht sich heraus, die vom Frisör nur am Anfang, der erste Eigenversuch komplett und auch was jetzt in meinen Haaren ist, wird auch nicht ewig halten.
Die kleine Knopfkopf steht also unter der Dusche und wäscht sich Haare und Körper. Nur ein Blick nach unten genügt, leichte Panik, das Wasser ist rot, kennt man doch irgendwo her, oder? Aus einem dieser Horrorfilme, in denen plötzlich Blut anstatt Wasser aus der Leitung kommt, genau. ~Man gewöhnt sich daran, aber im ersten Moment ist es ein Schock.~
Was mir jedoch gefällt, ist der Fakt, wenn ich meine Haare ausdrücke, rote Farbe über meinen Körper rinnt, sieht aus wie Blut, genau wie in einem Horrorfilm. ~Ich würde mich gut machen, als blutüberströmte Leiche.~ Also hat es auch irgendwas positives, das die Farbe nicht perfekt hält, so kann ich mich „blutüberströmt“ sehen. Und solange die Farbe nicht, wie beim ersten Eigenversuch, nach einer Woche weg ist, bin ich zufrieden.
Mal sehen wie sich die Farbe hält, doch bisher bin ich echt überzeugt von diesem Produkt, wenn es hält was es verspricht, dann werde ich wohl dabei bleiben, alle 4 Wochen nachfärben scheint mir akzeptabel, wenn das Ergebnis so ist und bleibt. Das einzige negative bisher, ist das vermeintliche Blut beim Duschen, doch das stört mich kaum, im Gegenteil es gefällt mir.
~Sowas wie meine Haargeschichten kommt hier wohl nicht oft, ist nicht so mein Gebiet.~

Und so der Knopfkopf spricht, mehr verfärben wird es sich nicht. ~Hoffe ich.~
~KAIJU~