Tag Archive: Hass


Busfahrt-Blogingtime

„Der ist ja heiftig. Zeig mal.“ Gemeint ist der Schnitt der aufgrund (zu)kurzer Hosen sichtbar wird.
„Naja“, sage ich und ziehe meine Turnhose weiter nach oben um einen ganzen Block weiterer Wunden zu zeigen. Ich drehe mich noch und zeige auch mein anderes Bein. Ich bin amüsiert und lächle.
„Tut das denn nicht weh?“
Ich zucke die Achseln. Ja es tut weh, immer wieder. Jeder Schnitt, jeder Schritt. Und immer wieder fliesst das Blut. Heilen lassen? Ist nicht. So kratze ich immer und immer wieder, bis der Schnitt blutet oder nicht weiter aufgekratzt werden kann.

~No Angels von Bastille in den Ohren. Busfahrend. Denkend. Lebend. Träumend.~
Und da denk ich mir: Du hast Zeit, schreib einige Zeilen.
Der Tag ging von blanker Wut über Hass zu Tränen und ab und an gab es ein Lachen.

Und so der Knopfkopf spricht, frag nur, zöger nicht.
~KAIJU~

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Aufräumen…

Oft erkennt man nicht, wo die Wege hinführen, welche Hindernisse auf dem Weg sind und wo wir uns helfen lassen können. ~So ein Satz ganz nach chnopfchopf.~
Die letzten Tage waren geprägt von Höhen und Tiefen, meist in ziemlich schnellem Wechsel. Im einen Moment springe ich beinahe übermenschlisch schnell von meinem Stuhl auf und balle die Fäuste, nur um dann zu merken, was passiert ist. Ganz plötzlich fand ich mich in diesem Moment, wo ich da stand, bereit, so stark wie mein Arme es erlauben, gegen den vermeintlichen Gegner zu kämpfen und das obwohl es keine Gefahr gab. Geschlagen habe ich nicht, zum Glück. Der Zorn verschwand dann auch irgendwann wieder.

Ehrlich gesagt, bekomme ich die Woche nicht auf die Reihe, sprich, ich kann nicht erzählen was alles passiert ist, ich bemühe mich trotzdem ein wenig.
Dienstag war Therapie und da wurde neues offen gelegt, was nun auch hier frei heraus geschrieben werden kann. Schön seit einiger Zeit überlege ich mir, hier zu schrieben, dass ich kiffe. Es verbindet und es verbannt die Gedanken, mal besser, mal schlechter.

Donnerstag im Zeichnen waren meine Augen nicht so ganz bei mir und meine Gefühle wohl noch ein Stück weiter weg. Diese paar wenigen Worte unserer Lehrerin hatten genügt und meine Augen überliefen. ~Na toll, mitten in der Stune Tränen in den Augen.~ Hat hoffentlich keiner mitbekommen, verstanden hätte man es nicht, nicht mal ich verstand.

Im einen Moment wollte ich tot sein, im anderen leben, von Zeit zu Zeit sogar sterben. Immer dann, wenn in meinem Kopf der Schalter umspringt, kommt diese Gedankenstimme, nicht die normale, die besondere. Diese Gedankenstimme, die mir erzählt, wie es mir geht, die die Gefühle in Worte zu fassen scheint. Angst ersetzt zu werden, Wut über die anderen, Hass gegen mich selbst.
Solchen Stimmen sollte man nicht zu oft die Kontrolle über sämtliche Gedanken, Gefühle und Handlungen überlassen und doch wehre ich mich meist nicht dagegen.

Ich frage mich, ob ich dass alles den so will und komme immer wieder zu dem Schluss, nein, ich will nicht. Auf der einen Seite will ich nicht ständig Angst haben, ich will nicht Gefangen sein von meinen Gedanken, ich will die Kontrolle nicht verlieren und auf der anderen Seite, will ich das Blut, ich will die Schnitte, die Verletzungen, ich will nicht mehr leben, will nicht aufstehen, will mich nicht bewegen und lasse mich vollkommen auf die Gedanken ein, die mich immer weiter in einen dunklen Abgrund ziehen.
Und doch lache ich, ich bin amüsiert von den kläglichen Resten meiner selbst und es bereitet mir fast Vergnügen zu sehen, zu was ich geworden bin.

~Schreibe ich so schrecklich wie ich das empfinde? Grauenhaft.~ Ich flüchte mich in die Welt von Metin2, da gibt es immerhin Aufgaben, die mir lösbar und lohnenswert erscheinen.

Und so der Knopfkopf spricht, mehr zu motzen hab ich nicht.
~KAIJU~

Die Gedanken des Lebens

Nur um die auch zu erwähnen. Mal sehen was für Einfälle ich habe.
Die Gedanken des Lebens, die frohen Momente, die kleinen Stücke des Glücks, wir treffen sie wohl öfter in unserem Alltag, doch es fällt uns so leicht sie zu übersehen; Die ersten Anzeichen des Frühlings: die Sonne, die Wärme, Vogelgezwitscher. Die Schönheit der Natur, das Schnurren einer Katze, der Geruch von frischem Essen. Der Geruch von frisch gemähtem Gras oder das Geräusch von Regen. Die Farbe von Blut und der Geschmack von seinem Lieblingsessen.

Ein Buch schreiben, eine Weltreise machen, irgendwann von dieser Zeit erzählen. ~Irgendwo in mir, will das Leben noch gelebt und geliebt werden.~ Einen Ausweg finden, ein Ziel erreichen, etwas aus mir machen, überleben, leben, geniessen.

Unmögliche Gedanken, so nah und doch unerreichbar, wie eine Illusion.
7 Schnitte, Beine und Arme. Dann der Anfall: Alle Geräusche nur noch gedämpft, kein Gleichgewicht, müde, so müde und alles beginnt sich zu drehen. Mit weit entfernter Stimme antworte ich, einer, noch viel weiter entfernten, Stimme. Tief durchatmen, hinsetzen, anlehnen.
Die aufkeimende Panik unterdrücken:
Du kannst das, es ist nicht das erste mal, dass du in dieser Situation bis. Beuhige dich!
Das geht vorbei, nur nicht aufstehen. Von was kommen diese Anfälle? Warum passiert mir sowas? Von den Verletzungen? Oder sagt mir mein Körper ich solle auf anderes verzichten?

Und doch wäre es so nahe, denn: lieben ist nur ein „i“ vom Leben entfernt. ~Die Gedanken tanzen und rennen, sie hüpfen und toben, und doch, ist es unheimlich still.~ So ist das also? Depression und Gefühle und Emotionen in ungeantem Ausmass.

Wer kennt schon den Weg? Wer sieht schon das Leben, das Lieben das Leid? Wurde der Mensch nicht blind? Verletzen, hassen und fühlen, alles so Nahe und doch so weit auseinander. Irgendwie bin ich zufrieden, irgendwie traurig (musikbedingt), irgendwie hasse ich mich.

Ich flüchte mich in eine Serie, irgendwas visuelles, Ablenkung und sowas.

Und so der Knopfkopf spricht, erklären kann ichs nicht. ~Denn manche Dinge, sind zu schwer um sie mit Worten zu beschreiben.~
~KAIJU~

 

Skilagerrückblick

Ich bin wieder da. Das Lager hatte seine Höhen und Tiefen, wie könnte es anders sein. Der wichtigste Punkt, ist allerdings folgender: Es gibt keine Auszeit! Gedanken lassen sich nicht stoppen, sie lassen sich nicht vergessen oder verdrängen. Immer wieder während dieser Woche, gab es Zeitpunkte, in denen mir alles zu viel war, in denen ich nicht wollte und am Rand der Verzweiflung stand. Es gibt keine Auszeit von Gedanken. Die Zweifel, Sorgen und Ängste verschwinden nicht.

Ich habe nicht geweint, aber es wäre eine Lüge, zu behaupten, es nicht gewollt zu haben.
Ich dachte von mir ich sei stark, ich war überzeugt, viel auszuhalten, Fehlannahmen. Ich war ständig am motzen, habe über dies und das geklagt, es war zu kalt, zu warm, der Schnee war nicht gut genug, blablabla und so weiter. ~Mit etwas Abstand betrachtet, muss ich zum kotzen sein.~

Ich habe viel gelächelt, extrem viel. Ich wollte den andern irgendwas geben, auch wenn es nur ein Lächeln war. Reden konnte ich weniger, da ich, gerade zu Beginn, extrem heiser war.

Während dieser Woche habe ich so viel Hass gespührt. Hass auf mich und Hass auf all die anderen. Ich bin selbst geschockt wie sehr ich mir und den anderen den Tod gewünscht habe, wie viel Wut in mir war.

Es gab auch tolle Momente, ich habe neue Leute kennengelernt, ich habe mich mehr getraut als normal. Ganz kleine Dinge eben. Ganz ehrlich, ich finde die guten Momente in meinen Erinnerungen bereits nicht mehr. Die Wut auf meine Zimmergenossen oder auf die Leiter, der Zorn über mich und mein Versagen, die Aggressionen gegen meine Skigruppe. ~Und ich hatte mir eingebildet, dass Lager würde eine Auszeit.~

Meine Arme hatten Zeit zu verheilen und sie sehen wirklich recht heil aus. Meine Beine sind jedoch mit Muskelkater und blauen Felcken bestraft worden. Ich kann wieder halbwegs sprechen und ich huste nicht ununterbrochen, nur genug um meine Bauchmuskeln fitt zu halten. ~Irgendwie bin ich erleichtert, daheim zu sein, da zu sein, wo ich entscheide, was ich wann mache.~

Ich mach mich dann mal dran, all die verpassten Einräge anderer zu lesen.

Und so der Knopfkopf spricht, Auszeiten existieren nicht.~KAIJU~

Wie gelähmt

Wie gelähmt, so fühle ich mich, leer, kalt, einsam, eingesperrt, isoliert, allein, unwichtig. Mein Leben wird stiller, meine Gedanken nehmen viel Platz ein. Ich bin leer und doch voll, voll Hass, voll Entäuschung, voll mit Wut. Unglaublich schwer, alles, das Leben, das Bewegen, das Atmen.

In meinem Kopf formen sich mehr und mehr Pläne, es entstehen fixere Ideen. Ich kann teile meiner Arme spühren, Schmerzen in den Handgelenken und auf den Unterarmen. Ich habe Angst, gerade jetzt. Ich lösche Zeilen, ich kann meine Gedanken nicht ordnen. Der dritte Versuch zu schreiben. Ich war doch ferig mit dem Eintrag, über 600 Wörter und dann, doch nicht, nicht zufrieden, schlecht geschrieben, zu chaotisch. Schnell waren die Zeilen weg, löschen ist einiges einfacher.

Der Fakt, dass ich am dritten Versuch bin, macht mich fertig. In mir steigt viel mehr Wut als notwendig auf, warum kann ich dass den verdammt noch mal nicht? Wieso kann ich das alles hier nicht?

Warum muss das Leben so schwer sein, der Körper so leer sein, die Gedanken destruktiv und die Einstellung negativ?
Wohin soll das Leben bringen, zu jedem Schritte muss man mich zwingen, der Antrieb ist weit fort und die Motivation ist auch dort.
Ich fühle den Schmerz, im Arm wie im Herz, ich breche innerlich in Stücke, bin nur noch die Verrückte.
Das Atmen ist so anstrengend, alles wirkt einengend, ich kann hier nicht bleiben, kann das nicht beschreiben…

Die Worte wollen nicht, die Gedanken auch nicht, die Gefühle verweigern den Dienst und auch der Körper packt noch Beschwerden drauf. Das Leben macht unglaublichen Spass…

Und so der Knopfkopf spricht, mehr schreiben kann ich nicht.
~KAIJU~

Zeit verplämpern…

Ich mache wirklich alles heute nur um nicht Französisch zu lernen. Genie, nicht? Ich hasse diese Sprache halt und irgendwie alles, was mich dazu zwingt, mich damit auseinander zu setzen. Der Grund? Ganz simpel, ich kapier das nicht und seit meine Mutter gestorben ist, will ich es auch nicht mehr kapieren, ich frag nicht mal nach, ich will es einfach nicht.

Ich war heute nicht in der Schule. Und was ist passiert? Welch Wunder, die Welt ist nicht untergegangen! Ich fühle mich allerdings, als hätte ich alles Entscheidende, für die nächsten Tage, verpasst. Eine, für mich absolut unlogische Mail unserer Englischlehrerin bestätigt dies. Dazu das Gefühl alles wichtige verpasst zu haben, also nicht Lerninhalte, sondern Gespräche meiner Freunde.

Irgendwie komme ich nicht so ganz klar damit, dass ich so unwichtig bin. So auf eine ungesunde Art, bin ich sauer, eifersüchtig, verletzt. Ich bin nur irgendwie entäuscht, ich glaube, es ist ziemlich egal, ob ich da bin, oder weg bin, ob ich krank oder gesund bin. Heisst das es wäre auch egal ob ich lebe oder tot bin? Eifersucht und Entäuschung, könnten wie Einbildung und Überreaktion zu meinen Hassfreunden werden.
~Mein Klassenlehrer zeigte Humor und fragte nach, ob es den möglich sei, dass ausgerechnet ich fehle. Kein Schulrekord?~  Nein, ist nicht. Wenn ich es könnte, wäre es schon lange nicht mehr. Wenn der wüsste.

Ich bemerke, dass ich begonnen habe sinnlose Smileys zu verschicken. Ich mag das Wort bereits nicht, viel zu schwere Rechtschreibung: Smileys. Ich verschicke sowas also öfter in letzter Zeit. Nicht weil ich mich so fühle, viel mehr um meinem Mitmenschen, das Leben einfacher zu machen.
Ich packs irgendwie nicht mehr, mich zurück zu halten. Ich bin nunmal ein Pulverfass, ich bin nunmal gereizt. Die geschriebenen Worte, sie zünden mich, die nicht geschriebenen noch viel mehr. Die gesagten Worte, die verletzen mich und alles was ich sage, verletzt andere und ist falsch. Ich bin ruhiger geworden, denn was ich sage, will keiner hören. Man unterbricht mich, lässt mich nicht ausreden, verdreht mir die Worte im Mund. Kurzum, ich bekomme das Gefühl, dass alles was ich sage/mache/denke, falsch ist. Tja Welt, ich bin halt nicht gerade gut darin mich richtig auszurücken, obwohl es auch an meinen Zuhörern liegen kann. Erst wenn wir auf Papier arbeiten, werden meine Worte zu Waffen, erst wenn ich meine Gedanken niederschreibe, beginnen sie verständlich zu werden.

Ich bin stolz auf meine Texte, ich bin stolz auf das, was ich zustande bringe mit meinen Gedanken, wenn ich diese in einen Text packe. Es ist zwar immer gleich, wenn ich meine Gedanken nicht zwinge, etwas anders zu erfinden. Ich verschwende mein Potenzial. Aber es ist so viel einfacher, so zu schreiben wie ich fühle, die Charaktere anzupassen, sodass ich sie bestmöglich verstehe. Ich verschwende mein Potenzial.
Ich ware auf eine Mail, ich glaube diese Mail könnte meine Lust am schreiben, erneut wecken. Meine Lust, mich anzustrengen, geniales zu vollbrigen. Ich warte auf diese Mail jedoch schon seit September. Traurig nicht?

Als am Samstag mein Körper für einige Stunden zufrieden war, hat das schwaze-klebrige-emotionsverstärkende Etwas, ich könnte es ab nun Depression nennen, voll zugehauen. ~Depression ist meiner Meinung nach allerdings erst der halbe Name..~Meine Gedanken an all die Dinge, die ich machen sollte, an all die Sachen, die erledigt werden müssen, sie liessen und lassen mich nicht in Ruhe. Angst, Hass, Rastlosigkeit und Antriebslosigkeit wechseln sich ab. Nach Tränen und tiefster Traurigkeit, kommen Aggressionen und heisskochende Wut. Klares Denken scheint mir unmöglich. Ich platze fast vor innerem Stress und Anspannung als es an der Zeit gewesen wäre, mich für andere zu freuen. Ich war krank, dann hab ich keine Lust mir anzuhören wie viel andere in der Zeit erledigen in der ich gepennt habe. Auserdem tut es weh, zu bemerken wie gut alle ohne mich klarkommen. Wie viel Spass man ohne mich hat, wie viel man erlebt. Eifersucht lässt grüssen.

Ich schreibe nun seit einer Ewigkeit quer durch den Käse der letzten Tage. Französisch lernen, erfolgreich verdrängt. Ich pack mal meine Schulsachen und werfe einen Blick drauf, nur für die innere Stimme, die mir ansonsten das Einschlafen unmöglich macht.

Und so der Knopfkopf spricht, richtig? Ich nicht.
~KAIJU~

Runter, immer weiter

Nullpunkt erreicht? Noch nicht, seit Ende Sommer scheint es immer noch ein Stück schlechter zu werden. Was soll ich sagen? Ich kann nicht mehr! Ich drehe so langsam durch, meine Gedanken verweilten bei Klingen, ein unglaublich starker Wunsch mich zu bestrafen. ~Keine Sorge, nur mein Finger wurde gequält. Und einige Narben auf meinem Arm.~

Ich gebe auf, ich will nicht das es die Klinge ist, ich will aber auch nicht, dass es was anderes wird. Warum ist es so verdammt schwer? Warum kann ich es keinem recht machen, am wenigsten mir selbst? Ich öffnete alte Wunden, ich habe schon wieder gegen mein Vorsatz gehandelt, ich war so unglaublich sauer, ich habe Tonnen gegessen, das Training besuchte ich nicht. Warum kann nicht alles etwas abbremsen? Ich komme nicht mit, so gar nicht. Da ist so viel, was gemacht werden müsste und ich mache nichts. Ich sorge nur dafür, die Möglichkeit zu haben, die destruktiven Gedanken, durch andere, ähnlich kontraproduktive Gedanken zu ersetzen.

Ich kann nicht mehr, ich will auch nicht. Projekte hier, Praktikum da, Präsentationen, Schule, Freunde, Hobbys die auch noch stressen. ~Kann mal jemand die Welt anhalten? Ich will raus.~ Ich möchte irgendwie rennen, irgendwie weg, doch ich bin gefangen.

Verdammt. Ich habe mich verloren, ich verliere nun erste Freunde, ich verliere alles, was ich habe und hatte.
Kälte, Leere, Angst, ich will das nicht, ich will weg. Was wenn ich bald wieder die Kontrolle verliere? Schlimmer als heute vielleicht? Was wenn ich die Kontrolle verliere und es nichts gibt, niemand da ist, der mich aufhält? Was wenn ich nicht aufhören kann?

Und ich falle, hinab in die Tiefe, in die ewige Dunkelheit. Die Leitern, die hinaus helfen, haben angerissene Sprossen und führen somit auch in die Tiefe.

Und so der Knopfkopf spricht, wo ist nur das Licht?
~KAIJU~

Die kleinen Dinge im Leben..

..können einem glücklich machen, oder dafür sorgen, dass man in ein Loch fällt. Bei mir wohl eher das zweite. Zur Zeit ist die Welt ziemlich dunkel, alles ist grau, alles ist leblos. Da bin nur ich, das schwarze-klebrige-emotionsverstärkende Etwas und meine sehr schwankenden Gedanken. Ich spreche von sowas wie Stimmungsschwankungen, ausgelöst durch die kleinen Dinge im Leben.

Bei den kleinen Dinge handelt es sich, so wie ich das sehe, um meine Freunde, die keine sind: Einbildung und Überreaktion. Da passieren also kleine Dinge, für den normalen kaum sichtbar, seien das nun Gesten, Zögern beim Sprechen, Nachrichten, keine Nachrichten ~was genau so schlimm sein kann~ oder alles andere.

Beispiel gestern: Mein Grüppchen war fleissig am rumstressen in unserer Whatsappgruppe, wegen der Physikprüfung. Tja am Abend vor der Prüfung habe ich ,um halb 10, nicht sonderlich Lust auf sowas. Ich sage also, dass sie die Bilder von Blättern doch privat schicken sollen, denn ich möchte nicht 100 Fotos von Physikblättern auf meinem Handy haben. ~Wirkt das auf einen von euch zu krass? Auf mich nicht, oder es war bestimmt nicht böse gemeint.~

Und weiter gehts, die Ente schreibt, ich schreibe kurze Antworten, da sie sich ein, für uns beide, recht ungewöhnliches Thema ausgesucht hatte von dem wir beide wissen, dass wir nicht über sowas sprechen/schreiben können. Sie kommt sich also dumm vor, ich ja nicht, tut fast gar nicht weh, zu hören wie toll alle andern sind, wie toll ihr Ex ist. ~Kotzwürg, Tränen in meinen Augen, Angst, Wut, Neid, Hass alles auf einmal.~
Ich versuche also zu erklären, das ich bei diesem Thema nicht viel mehr schreiben kann/will als kurze Antworten um zu zeigen, dass ich weiss worum es geht. Dann meint sie noch was wegen dem, was ich in der Gruppe geschrieben habe, ich will nicht zitieren, doch in meinem Kopf klang es genau so: “ Du bist assozial, es ist dein Fehler, du hast wie immer alles falsch gemacht.“ Ich bin halt verkorkst, wenn es darum geht über meine Erfahrungen mit Jungs zu sprechen, habe ja irgendwie auch Grund dazu. Ich habe sogar geschrieben, dass ich nicht weiss wie ich reagieren soll, damit sie nichts besonderes erwartet. Ich hatte halt keine Lust mich wegen Physik stressen zu lassen. War ja wohl falsch nicht? Sie hat zwar gesagt, es sei alles nur ein Verstärker gewesen und das sie sowieso Kopfweh und alles hätte. Das hatte aber ca eine halbe Stunde noch komplett anders ausgesehen und einen Grund nannte sie mir auch nicht, ich kann ja, Achtung Sarkasmus, Gedanken lesen.

Diese Nachrichten haben mich fertig gemacht, so richtig, obwohl der Rest des Tages sogar ganz in Ordnung war. Doch diese wenigen Worte, sie schmerzten so sehr. Ich ertrage es nicht, wenn irgendwer von anderen schwärmt, die ich nicht kenne, bei ihr hasse ich sowas besonders.
Und dann, heute in der Schule, wie sollte ich mich verhalten? Ich stand gestern tränenüberströmt zitternd in der Küche, ich machte mir eine Bettflasche um Wärme zu bekommen. Dumm nur, das in unserer Küche Messer sind, ich hatte Angst, meine Gedanken schweiften zu den Messern, schweiften zu Bildern von Blut, von Narben, von Schmerz und Bestrafung. Wenn kümmert es denn, bin ja nur ich, ich mache ja eh alles falsch, warum nicht ein zwei Fehler mehr? Wie soll ich also auf die Person reagieren, die mir sowas antut?

Ich weiss, das ihr Leben wohl auch nicht gerade leicht ist momentan, und, da ich ein Herz habe, lösche ich also alles, was ich getippt hatte und schicke ihr dann nicht, was ich ihr sagen wollte. Was soll ich ihr den sagen, das sie überlegen soll, dass sie sich fragen sollte wie sowas auf mich wirkt oder wirken könnte? Soll sie mir sagen was das Problem ist, oder traut sie sich nicht mir zu schreiben, dass ich schuld bin? Ich sag ihr noch das mein Tag im Eimer ist, versteht sie nicht, dass es ihre Schuld war? ~Ich will nur wissen woran ich bin, verdammt, sonst sag ich ja noch mehr Falsches.~ Am liebsten würde ich es einfach allen erzählen, einen dramatischen Auftritt hinlegen und verkünden, dass ich nicht klar komme, mit solchem Verhalten. Wie kann sie mir den Abend versauen, es nicht merken, mich noch mehr anmotzen und dann nicht mal sagen wo das Problem liegt? Und am nächsten Tag soll alles wieder gut sein? Ich meine, es war ja irgenwie alles gut heute, aber ich will keine solche Lüge leben, warum kann sie nicht so mit mir reden, vielleicht auch persönlich, das wir uns nicht immer gegenseitig zerstören?
Ich vergesse sowas nicht, so wie ich seit dem Sommer nicht vergessen kann. Da sind wir zerbrochen, besser gesagt ich, also ich mit ihr, ich wollte nur teilhaben, doch es braucht immer zwei, ich war im Sommer allein, ich war egal. Und nach dem Sommer soll alles in Ordnung sein? Ich fühle mich verarscht, bin ich nur sowas wie ein Schulfreund? Werde ich dir egal, sobald du mich nicht mehr sehen musst?

Ich könnte so viel über sie schreiben, ich könnte auch ihr schreiben, ich könnte erklären, aber es ist mir zu dumm geworden. Ich leide ja nur, ich werde verletzt, sie schafft es auch so bereits all meine wunden Punkte zu drücken und ich kann nichts tun. Machtlos, denn ich bestimme nicht, ich bin fremdgelenkt und ich hasse mich dafür. Wisst ihr, ich gebe ihr keinen Zutritt zu dieser Welt, denn es scheint, als könnte ich nur hier verarbeiten was zwischen uns ist, oder eben nicht ist, sie würde das kaum verstehen, sie fragt ja nicht mal dannach, mein Leben ist ihr egal, genau wie es anfängt mir egal zu werden.
~Was würde sie sagen, könnte sie das lesen? Würde sie es todschweigen, oder verstehen?~

Und so der Knopfkopf spricht, so leben kann ich nicht.
~KAIJU~

Sag was anderes

Ich habe mich etwas beruhigt, ich bin nicht mehr so gereizt wie gestern. Im Gegenteil, ich bin recht ruhig, allerdings extrem verwirrt. Und wenn ich ehrlich bin, dann bin ich noch immer sauer. War es ein „Das ist es sehr warscheinlich nicht..“ oder war es das Gegenteil? Ich glaube tatsächlich, bereits verdrängt zu haben was ich gehört habe, da ich es nicht hören möchte.

Ich will was hören, das nicht ganz so einfach ist, wenn mir jemand sagt, was ich bereits weiss, hilft es dann? Ich will nicht hören, dass ich normal bin, ich will nicht normal sein. Ich bin schwach, wenn man das Ganze so simpel betrachtet, zu schwach für das Leben, zu schwach für die Welt. Ich will was schlimmes hören, irgendwas das erklärt warum ich so fühle, irgendwas das mir klar macht, warum ich so bin wie ich bin, ich will einen schäusslichen, hässlichen Namen für das schwarze-klebrige-emotionsverstärkende Etwas. ~Je grässlicher die Diagnose desto besser.~ Schiebt nicht alles auf das erst Beste, verdammt das ist viel zu einfach!

Der Guru war gestern noch bei mir, sie scheint erstaunlich viel zu verstehen, man kann so echt gut reden. Ich konnte mich aufregen, ja genau so war es mir zu Mute. Gestern war halt Katastrophe, ist so ja! Ich wollte nur weg, ich hatte nach Mathe und der dazugehörigen Aggressivität, allerdings in neuem Ausmass,  erneut eine veränderte Wahrnehmung, ich hatte Angst, ich wollte weg, ich wäre sogar heim gegangen! Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich gerannt, so weit wie ich gekommen wäre. Sieht mein Leben ab jetzt wirklich so aus? Werde ich täglich solchen Zorn und Hass in mir fühlen, werde ich dannach wie auf Drogen sein, werde ich mich kratzen nur um zu fühlen, werde ich schweigen und wird mir auf ewig übel sein?

Klar, nennen wir es doch ganz einfach Schwäche, Einsamkeit, Normal. ~Ich verstehe die Menschen, die sich Schmerzen zufügen von Tag zu Tag besser.~ Ist ja auch wunderschön, Wunden, Blut, Narben, Schmerzen. Ich bin einsam, danke wusst ich ja noch nicht, sagt mir das doch bitte alle ins Gesicht, auf drei los, sagt mir dann noch, das ich normal bin, genau wie alle andern, nur schwach. Kann nicht einfach mal jemand sagen das ich nicht „gesund“ bin, das ich nicht normal bin? Irgendwas schlimmes, irgendwas das ich den Leuten sagen kann, die so dumm fragen, was den los sei.

Oder sind wir so weit, dass einem niemand glaubt, ich meine so richtig garkeiner? Muss ich meinen Arm jedem zeigen? Muss ich erzählen, das ich den Schmerz wollte, muss ich das öfter machen, damit mir geglaubt wird? Bin ich denn wirklich so allein? Ich glaube manchmal, keine Freunde zu haben, ganz allein zu sein, wirklich allein. Wisst ihr dazu braucht es nur einige Stunden, nicht ein mal, einige Minuten können genügen. Eine einzelne unbedeutende Nachricht kann genügen, ein Wort, ein Bild, eine Serie.

Ich weine, ich fürchte mich, ich hasse, ich habe ein unglaubliches Verlangen zu zerstören. ~Stellt euch das Folgende mit einer zuckersüssen, bitterbösen, ironischen Stimme vor.~ Ich bin ja einfach nur gesund, ich bin normal, das Leben geht halt weiter, ich traure ja nur, es ist alles so einfach, ich bin einfach zu dumm für das Leben, ich verdiene es ja nicht, doch noch weniger verdiene ich den Tod, denn dann würde ich nicht leiden. ~Kotzwürg, die Worte kommen wie von selbst.~

Genug Scheisse für einen Eintrag findet ihr nicht? Ich langweile euch ja bestimmt nur, ist doch nur so n Teenie Ding, die Kleine soll einfach mal auf ihr Leben klar kommen, sich mit ihrem Vater vertragen, den Tod ihrer Mutter verarbeiten, damit leben, dass ihre Schwester in Italien ist und dann auch noch die Schule und alles paken, ganz einfach. Sie soll aufhören, ein Drama zu machen, ist ja eh alles nur wegen der Aufmerksamkeit, das ist doch alles nur Show. ~Danke für das Verständnis Umwelt, jetzt geht es mir so viel besser.~

Und noch der Knopfkopf spricht, bis alles zerbricht.
~KAIJU~

Ich schreibe ihm seit gestern, oder besser, er schreibt mir. Ich antworte und frage mich was das soll. Ich meine ich liebe es, wenn man mir schreibt, wenn jemand mir schreibt weil er will, wenn das Interesse da ist, sich mit mir auszutauschen. Ich kann das meinerseits meist schlecht ausdrücken, ich finde nicht den Mut, zu schreiben, ich störe ja sowieso nur. Warum aber genau er mir schreibt, verstehe ich nicht mal im Ansatz. Er schreibt mir und berichtet, dass mit er mit seiner Freundin Schluss macht. Und ich antworte bloss, dass es bestimmt angenehmeres gibt. Was soll man den sagen?
Was soll das? Warum schreibt er, warum erzählt er das, warum fragt er wie es mit Jungs aussieht, warum berichte ich von meiner Talfahrt? Ich könnte verstehen wenn er mich ins Pfefferland wünschen würde, warum auch nicht, ich hätte es doch verdient, gerade er müsste mich doch hassen. Warum hassen: Ich war wohl ein halbes Jahr, die schlechteste Freundin, die ein Mann sich wünschen könnte. ~Heute wäre das alles anders, irgendwie, vielleicht würde ich die Nähe wollen, von andern will ich sie ja auch.~ Was will er? Was will ich?

Gedankensprung: Ich will die Nähe, ja und wie ich sie will. Bekomme ich sie nicht, fehlt es an Wärme, fehlt es an Aufmerksamkeit, dann ist da die Wut, die Eifersucht, die Enttäuschung und der Schmerz. Ich habe Angst, Angst das ich aufwache und dir egal geworden bin, Angst, das ich dir schon egal bin, Angst das du mich nicht mehr magst, Angst fallengelassen zu werden.  ~Erzähl nicht, dass du verstehst, behaupte nicht mich zu kennen, verletze mich nicht.~ Ich brauche die Aufmerksamkeit, ich brauche die Nähe, ich brauche die Bestätigung, ich lebe auf bei Nachrichten, bei Gesprächen, mit jeder Minute Schweigen sterbe ich mehr. Wann werde ich wirklich sterben, wie werde ich sterben, was wird mich töten? ~Düstere Gedanken, Blut, Richtung Tod, Richtung Sterben, Gedanken zum Ausstieg, zur Notbremse.~

Ich komme nicht klar, die Unterhaltungen nach der Schule sind alles, was vermag, mich glücklich sein zu lassen, für eine Weile, doch auch das vergeht. Wie soll ich bis Montag ein Bewerbungsdossier schreiben? Alles zu viel, alles zu schwer, alles zu schaffen?

Und so der Knopfkopf spricht, verstehst du nicht?
~KAIJU~