Tag Archive: Narben


Dieser Artikel wäre vom 10.03.14 leider wollte er wohl nicht wie ich wollte. Deshalb erst jetzt… (Scheissdreck und ich wunder mich noch, wieso das keiner liest)

Mein heutiger Tag, wie auch der gestrige, war ausgesprochen leise. Der Grund: Mein Ohr hat wohl etwas zu viel Kälte abbekommen beim Snowboarden. Ich musste mich anstrengen, mehr oder weniger, verstehen zu können, was all die Menschen so erzählen. Ausserdem muss ich häufig niessen und mein Taschentuchverbrauch steigt ins Unermessliche. Erkältungen sind doof. ~Ich sitze hier mit einer Kappe auf dem Kopf und einer verpackten, halben Zwiebel am Ohr.~

Mathe und Französisch habe ich ganz gut überstanden, obwohl ich bei beiden Fächern, die Hausaufgaben nicht gemacht hatte. Bei Mathe hatte ich so ca die Hälfte, die Minuspunkte fürs Nichtmachen, liess ich mir trotzdem geben. ~Ein wenig kontraproduktiv.~

Der Turnunterricht war soweit ganz gut, genügende Note beim Stufenbarren bekommen und mit Bravour Trampolin abgeschlossen. Heute war sogar mein Bein wieder frei, die anderen konnten also die Schnitte, Kratzer und die Aufschrift „I’M FINE“ sehen. Es scheint als wäre ihnen genau so egal wie mir, dass ich mich zerstöre.
Ganz ehrlich, ich will nicht aufhören damit, die Narben werden auf meiner Haut wohl kaum auffallen und selbst wenn, scheint doch keinen zu kümmern. ~Die Gedanken waren ab und an bei den Klingen am heutigen Tag, besonders die Vorstellung unser Skalpell zu schärfen gefällt mir.~

Nachmittags testeten wir, wenig seriös, Paprika Chips. Schule kann schon auch angenehm sein, obwohl mir die Lust auf Chips für eine Weile vergagen ist. Unser Testsieger waren die Originalen Zweifel Chips.Nach diesem Produkttest, plauderten wir wild durch alle Themen, die natürlich nichts mehr mit dem Auftrag zu tun hatten, bis wir bei Selbstmorden, Selbstmordversuchen, Pädophilen und Gefängnissen ankamen. Da sind wohl so einige in unserem Alter, oder sogar jünger, die sich das Leben nahmen.
Und während die Leute aus meiner Gruppe sprachen, hörte ich zu, so gut es nunmal ging wenn man halbtaub ist. Ich konnte mich gut mit diesen Leuten identifizieren, obwohl ein Sturz vor den Zug nicht als Option zählt, Solidarität gegenüber den Zugfahrern. Wenn dann kurz die Leitung anfassen. Stromschlag. Tot. Ziemlich hohe Erfolgschancen. Ich könnte mich bei unserem Physik Lehrer dafür bedanken, darauf wäre ich sonst nicht gekommen. ~Keine Sorge mir gehts gut.~
Ist schon komisch wenn alle geschockt von Suiziden erzählen und ich mich Frage, wie man meine Tod auffassen würde.

Nach dem offiziellen Unterricht, bin ich noch ein wenig mit dem Guru unterwegs gewesen, da der für mich optimale Zug schon weg war. Den Piloten trafen wir auch noch und wir verpassten einen weitern Zug. Am Banhof, haben wir noch einen Zug verpasst, obwohl wir im Wartehäuschen auf dem richtigen Gleis waren, da wir so sehr in unser Gespräch vertieft waren.  In unserem Gespräch ging es um Selbstverletzung, um die Schnitte, Narben, das Verstecken davon etc.
Dieses Gespräch hatte was, ich redete einfach und ich konnte ehrlich sein. Der Guru und ich, wir nehmen das mit Humor, ist kein Tabu mehr. Gerade heraus, war mir meine Gedanken so einflüsterten. Tatsache: Die letzten Schnitte sind ca 4 Tage alt, die letzten absichtlichen (nennenswerte) Verletzungen so 1-2 Tage. Falls man mir die Klingen nimmt, so habe ich noch meine Nägel. Der Schmerz ist ein anderer, aber es ist Schmerz und das Ergebnis lässt sich ansehen, anfassen und aufkratzen. In meinem Kopf muss ich etwas aufräumen, da herrscht etwas Chaos, wie das weitergehen soll/kann. Denn irgendwie, will ich nicht dass mir das genommen wird. Ausserdem habe ich Angst, das irgendwer dahinter kommt, jemand, der nicht versteht und nicht verstehen kann.

Ich schreibe seit einer gefühlten Ewigkeit, was wohl daher rührt, dass ich bereits 2h für die Schule gearbeitet habe, bevor ich diesen Artikel zu schreiben begann. Für so wenige Worte, die doch so viel bedeuten, nehme ich mir doch gerne die Zeit. Sonst würde ich nur Dümmeres machen.

Und so der Knopfkopf spricht, mehr gibts heute nicht.
~KAIJU~

Verwirrt und dumm

Die Zeit vergeht, es vergehen Minuten, Stunden Tage. Die Tage fliessen ineinander, die Wochenenden sind verschleiert, unter der Woche ist alles taub, alles verändert. Bin ich hängen geblieben? Habe ich mich noch mehr verloren? Sollte ich es beenden? Dafür ist es doch längst zu spät, nicht? Ich bin da so reingekommen, ich wollte das ja nicht, es sollte sowas wie eine Ausnahme sein. Zu spät, ich lebe dafür, ich lebe, weil es das alles gibt, weil es mir erlaubt, nicht allein zu sein, weil es mir erlaubt eine andere Welt zu sehen, weil ich nicht allein bin. Ich weiss, es ist dumm, ich bin dumm und es ist mir egal.

Egal ob Katze, Hund, Mann oder Frau, ich brauche Nähe, Geborgenheit. Wenn das die Gruppe macht, ist das doch okay, nicht? Die Ente, der Guru, der Pilot, wie soll die kleine Knopfkopf widerstehen? Ich bin da drin, ich weiss, es ist nicht gut, ich weiss, es ist ungesund, ich weiss, ich sollte nicht, aber im Grunde ist es mir egal. Die letzen Wochen verschwimmen, mehr und mehr, Schule, Gespräche, Nachrichten, Prüfungen, was war da, was war da nicht? Ich will nicht hängen geblieben sein, ich will das nicht, ich will nicht aussteigen, denn, so unlogisch das klingt, es ist genau dass, was es mir erlaubt nicht allein zu sein.

Macht nicht so viel Sinn, ich nenne die Dinge ja auch nicht beim Namen, wieso auch. ~Mal im Ernst, ich kenne den grössten Teil meiner Leserschaft nicht, obwohl ihr mich besser zu verstehen scheint, als mancher den ich seit langer Zeit kenne.~ Meine Kratzspur ist beinahe verheilt, da sind nur noch 5 kleine Wunden, jeden Tag kratze ich diese auf, jeden Abend, immer wenn ich alleine bin. Dann sehe ich das Blut, es ist wunderschön, es schmeckt nach Kindheit.
~Ich sehe meinen rechten Arm, ich weiss, wo die Stelle war, die Stelle, die ich aufgekratzt hatte, die Stelle, die heute gezeichnet ist, von einer Narbe, die keiner sieht.~ Wie alle Narben, warum bleiben sie nicht, warum kann ich nicht kaputt aussehen?

Ich habe mit meinem Bruder gesprochen, gerade eben, nicht so oberflächlich, nein er hat erzählt, das ihn morgen eine besuchen kommt, sowas wie ein Date. Sie will reden, er ist offensichtlich verwirrt, kann man ihm ja kaum verübeln. Es ist schön, das wir reden, auch wenn es sich auch ca. 5min am Tag beschränkt. Ob er es weiss? Ob wer weiss, wie ich über die Stänge schlage? Er würde es verstehen, er war nicht besser, ich weiss nicht wie es jetzt aussieht. ~Kenne ich ihn den überhaupt? Kennt er mich? Wie gut kenne ich meine Schwester?~

Ich verstehe die Menschen, die Klingen mögen, ich will nicht lügen, meine Gedanken schweifen oft ab, Richtung Küche, zu den Messern oder Richtung Büro, da wo es Rasierklingen gibt. Da stand ich, vor kurzer Zeit, in meiner Hand ein Skalpell, keine Ahnung woher das kommt. Es war sowas wie ein Test, könnte ich mich schneiden? Ich gehe davon aus, das die Klinge, nicht sonderlich scharf war, denn ich habe keinen Schnitt, zu wenig Druck auf die Klinge ausgeübt. ~Es ging mir ja auch gut, ich wollte mich damals nicht schneiden, ich wollte nur abklären, ob es möglich wäre.~ Und es wäre und ist möglich, aber bisher komme ich gut mit den Wunden klar, die ich nur aufkratzen muss, oder mit den Kratzern unserer Katze, die ich gerne in Kauf nehme. Katzenkratzer sind Wunden, die von der Gesellschaft gesehen und nicht hinterfragt werden. Warum fragt keiner? Ich meine ich sehe die Wunden, sie sind schön, ich kann sie aufkratzen, dann ist da Blut.

Brauche ich das? Brauche ich, die langen Abende, welche nicht gesund sein können? Brauche ich die Katzenkratzer? Muss ich den Wunden, das heilen schwer machen? Muss ich allein sein?

Ich hinterfrage so vieles, ich bin mir nicht sicher, ist da mehr? Wer bin ich? Was will ich? Bin ich überhaupt? Ich bin chnopfchopf, ich will Nähe, Geborgenheit, jemanden an meiner Seite, aber ich bin nicht. ~Alles verschwommen, alles Traumwelt, nichts ist klar, bin ich wie die eine, bin ich wie eine andere, oder bin ich, wie ich mir einrede zu sein?~ Ich bin verwirrt, was empfinde ich denn?

Und so der Knopfkopf spricht, wo bleibt das Licht?
~KAIJU~

Sag was anderes

Ich habe mich etwas beruhigt, ich bin nicht mehr so gereizt wie gestern. Im Gegenteil, ich bin recht ruhig, allerdings extrem verwirrt. Und wenn ich ehrlich bin, dann bin ich noch immer sauer. War es ein „Das ist es sehr warscheinlich nicht..“ oder war es das Gegenteil? Ich glaube tatsächlich, bereits verdrängt zu haben was ich gehört habe, da ich es nicht hören möchte.

Ich will was hören, das nicht ganz so einfach ist, wenn mir jemand sagt, was ich bereits weiss, hilft es dann? Ich will nicht hören, dass ich normal bin, ich will nicht normal sein. Ich bin schwach, wenn man das Ganze so simpel betrachtet, zu schwach für das Leben, zu schwach für die Welt. Ich will was schlimmes hören, irgendwas das erklärt warum ich so fühle, irgendwas das mir klar macht, warum ich so bin wie ich bin, ich will einen schäusslichen, hässlichen Namen für das schwarze-klebrige-emotionsverstärkende Etwas. ~Je grässlicher die Diagnose desto besser.~ Schiebt nicht alles auf das erst Beste, verdammt das ist viel zu einfach!

Der Guru war gestern noch bei mir, sie scheint erstaunlich viel zu verstehen, man kann so echt gut reden. Ich konnte mich aufregen, ja genau so war es mir zu Mute. Gestern war halt Katastrophe, ist so ja! Ich wollte nur weg, ich hatte nach Mathe und der dazugehörigen Aggressivität, allerdings in neuem Ausmass,  erneut eine veränderte Wahrnehmung, ich hatte Angst, ich wollte weg, ich wäre sogar heim gegangen! Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich gerannt, so weit wie ich gekommen wäre. Sieht mein Leben ab jetzt wirklich so aus? Werde ich täglich solchen Zorn und Hass in mir fühlen, werde ich dannach wie auf Drogen sein, werde ich mich kratzen nur um zu fühlen, werde ich schweigen und wird mir auf ewig übel sein?

Klar, nennen wir es doch ganz einfach Schwäche, Einsamkeit, Normal. ~Ich verstehe die Menschen, die sich Schmerzen zufügen von Tag zu Tag besser.~ Ist ja auch wunderschön, Wunden, Blut, Narben, Schmerzen. Ich bin einsam, danke wusst ich ja noch nicht, sagt mir das doch bitte alle ins Gesicht, auf drei los, sagt mir dann noch, das ich normal bin, genau wie alle andern, nur schwach. Kann nicht einfach mal jemand sagen das ich nicht „gesund“ bin, das ich nicht normal bin? Irgendwas schlimmes, irgendwas das ich den Leuten sagen kann, die so dumm fragen, was den los sei.

Oder sind wir so weit, dass einem niemand glaubt, ich meine so richtig garkeiner? Muss ich meinen Arm jedem zeigen? Muss ich erzählen, das ich den Schmerz wollte, muss ich das öfter machen, damit mir geglaubt wird? Bin ich denn wirklich so allein? Ich glaube manchmal, keine Freunde zu haben, ganz allein zu sein, wirklich allein. Wisst ihr dazu braucht es nur einige Stunden, nicht ein mal, einige Minuten können genügen. Eine einzelne unbedeutende Nachricht kann genügen, ein Wort, ein Bild, eine Serie.

Ich weine, ich fürchte mich, ich hasse, ich habe ein unglaubliches Verlangen zu zerstören. ~Stellt euch das Folgende mit einer zuckersüssen, bitterbösen, ironischen Stimme vor.~ Ich bin ja einfach nur gesund, ich bin normal, das Leben geht halt weiter, ich traure ja nur, es ist alles so einfach, ich bin einfach zu dumm für das Leben, ich verdiene es ja nicht, doch noch weniger verdiene ich den Tod, denn dann würde ich nicht leiden. ~Kotzwürg, die Worte kommen wie von selbst.~

Genug Scheisse für einen Eintrag findet ihr nicht? Ich langweile euch ja bestimmt nur, ist doch nur so n Teenie Ding, die Kleine soll einfach mal auf ihr Leben klar kommen, sich mit ihrem Vater vertragen, den Tod ihrer Mutter verarbeiten, damit leben, dass ihre Schwester in Italien ist und dann auch noch die Schule und alles paken, ganz einfach. Sie soll aufhören, ein Drama zu machen, ist ja eh alles nur wegen der Aufmerksamkeit, das ist doch alles nur Show. ~Danke für das Verständnis Umwelt, jetzt geht es mir so viel besser.~

Und noch der Knopfkopf spricht, bis alles zerbricht.
~KAIJU~