Tag Archive: Selbstverletzung


Wille-Kontrolle-Kontrollverlust

!!(TRIGGER)WARNUNG: Dieser Beitrag enthält Blut, wer das nicht ertägt, sollte nicht lesen!!

 

Am Anfang steht der Wille: Ich will mich schneiden. Nicht weil ich angespannt bin, auch nicht weil der Tag besonders schlecht war. ~An dieser Stelle ignoriere man den Beginn des Zeichenunterrichts, da war mir nach ausrasten zu Mute.~ Einfach nur, weil mir die Vorstellung so sehr gefällt. Ausserdem wollte ich wissen, ob dieses Skalpell wirklich nicht schneidet.

Erstmal dachte ich, ich lass es sein, doch dann war mein Vater weg, da war der Weg. Ich holte also das Skalpell und eine neue Klinge, hat schon was praktisches, dass ich mir die nicht selbst organisieren muss.

Skalpell angesetzt, schneiden, mehr Druck auf die Klinge, doch wieder etwas weniger. Ergebnis: Das Skalpell schneidet nicht. Griff zur Rasierklinge. Ein, zwei Schnitte nur, hat bisher auch immer ganz gut geklappt. Die Wunden und Narben interessieren keinen, ausserdem lachst du zu viel.

Nach diesen Schnitten verschwand die Kontrolle, Kontrollverlust, schneiden, schneiden, schneiden.

Abwarten, atmen, abwarten…

Da das Blut, erst nur Tropfen. Los hol dein Handy, du musst das festhalten, nur so für dich, wie du es auch mit anderen Verletzungen schon gemacht hast. Du hast sogar einen Ordner dafür.Als ich zurück bin, im Badezimmer welches sich im unteren Stock befindet, spühre ich wie das Blut über meine Beine läuft. Foto machen. Abwarten, atmen….

Das blutet schon krasser als sonst, meinst du es war etwas zu viel? Kann ich das alles behandeln bevor jemand nach Hause kommt?

Das Blut verschmiert bloss. War das nicht zu erwarten? Du Genie hast das wohl mal wieder nicht bedacht oder?

Ich nehme meine Sachen, die Beine muss ich im oberen Badezimmer behandeln. Blut wegputzen, Merfen drauf, erneute Blut wegputzen. Pflaster drauf, noch ein Pflaster, noch ein drittes. Muss genügen. Scheiss Pflaster, wenn ich schon sowas mache, sollte ich mir irgendwie bessere Pflaster kaufen, oder Verbände? Lange Turnhosen? Alles davon?

Scheisse!

Mein Gesicht einschmieren, mein Behandlungsmaterial wieder an seinen Platz bringen. War dir das klar? Das war doch Absicht nicht? Wenn du nach einem Grund zum schneiden suchst, wirst du auch einen finden, kein Zweifel.
Wie erklärst du das? Hmm, ich würde sagen verbergen, bis es etwas besser aussieht, Entwarnungen raus geben, mir gehts gut. Ich wollte das so, nur hab ich dann, ein wenig die Kontrolle verloren.

Diese Worte sind lediglich nacherzählt, da können sich Gedanken einschleichen, die in der originalen Situation nicht da waren, allerdings, so finde ich, beschreibt es doch ganz gut, was in meinem Kopf so für „Gespräche“ entstehen.

Da waren sogar Tränen, ein paar wenige. Mir ist etwas schwindlig und da ist ein Kloss in meinem Hals.

Und so der Knopfkopf spricht, dumm oder nicht?
~KAIJU~

Dieser Artikel wäre vom 10.03.14 leider wollte er wohl nicht wie ich wollte. Deshalb erst jetzt… (Scheissdreck und ich wunder mich noch, wieso das keiner liest)

Mein heutiger Tag, wie auch der gestrige, war ausgesprochen leise. Der Grund: Mein Ohr hat wohl etwas zu viel Kälte abbekommen beim Snowboarden. Ich musste mich anstrengen, mehr oder weniger, verstehen zu können, was all die Menschen so erzählen. Ausserdem muss ich häufig niessen und mein Taschentuchverbrauch steigt ins Unermessliche. Erkältungen sind doof. ~Ich sitze hier mit einer Kappe auf dem Kopf und einer verpackten, halben Zwiebel am Ohr.~

Mathe und Französisch habe ich ganz gut überstanden, obwohl ich bei beiden Fächern, die Hausaufgaben nicht gemacht hatte. Bei Mathe hatte ich so ca die Hälfte, die Minuspunkte fürs Nichtmachen, liess ich mir trotzdem geben. ~Ein wenig kontraproduktiv.~

Der Turnunterricht war soweit ganz gut, genügende Note beim Stufenbarren bekommen und mit Bravour Trampolin abgeschlossen. Heute war sogar mein Bein wieder frei, die anderen konnten also die Schnitte, Kratzer und die Aufschrift „I’M FINE“ sehen. Es scheint als wäre ihnen genau so egal wie mir, dass ich mich zerstöre.
Ganz ehrlich, ich will nicht aufhören damit, die Narben werden auf meiner Haut wohl kaum auffallen und selbst wenn, scheint doch keinen zu kümmern. ~Die Gedanken waren ab und an bei den Klingen am heutigen Tag, besonders die Vorstellung unser Skalpell zu schärfen gefällt mir.~

Nachmittags testeten wir, wenig seriös, Paprika Chips. Schule kann schon auch angenehm sein, obwohl mir die Lust auf Chips für eine Weile vergagen ist. Unser Testsieger waren die Originalen Zweifel Chips.Nach diesem Produkttest, plauderten wir wild durch alle Themen, die natürlich nichts mehr mit dem Auftrag zu tun hatten, bis wir bei Selbstmorden, Selbstmordversuchen, Pädophilen und Gefängnissen ankamen. Da sind wohl so einige in unserem Alter, oder sogar jünger, die sich das Leben nahmen.
Und während die Leute aus meiner Gruppe sprachen, hörte ich zu, so gut es nunmal ging wenn man halbtaub ist. Ich konnte mich gut mit diesen Leuten identifizieren, obwohl ein Sturz vor den Zug nicht als Option zählt, Solidarität gegenüber den Zugfahrern. Wenn dann kurz die Leitung anfassen. Stromschlag. Tot. Ziemlich hohe Erfolgschancen. Ich könnte mich bei unserem Physik Lehrer dafür bedanken, darauf wäre ich sonst nicht gekommen. ~Keine Sorge mir gehts gut.~
Ist schon komisch wenn alle geschockt von Suiziden erzählen und ich mich Frage, wie man meine Tod auffassen würde.

Nach dem offiziellen Unterricht, bin ich noch ein wenig mit dem Guru unterwegs gewesen, da der für mich optimale Zug schon weg war. Den Piloten trafen wir auch noch und wir verpassten einen weitern Zug. Am Banhof, haben wir noch einen Zug verpasst, obwohl wir im Wartehäuschen auf dem richtigen Gleis waren, da wir so sehr in unser Gespräch vertieft waren.  In unserem Gespräch ging es um Selbstverletzung, um die Schnitte, Narben, das Verstecken davon etc.
Dieses Gespräch hatte was, ich redete einfach und ich konnte ehrlich sein. Der Guru und ich, wir nehmen das mit Humor, ist kein Tabu mehr. Gerade heraus, war mir meine Gedanken so einflüsterten. Tatsache: Die letzten Schnitte sind ca 4 Tage alt, die letzten absichtlichen (nennenswerte) Verletzungen so 1-2 Tage. Falls man mir die Klingen nimmt, so habe ich noch meine Nägel. Der Schmerz ist ein anderer, aber es ist Schmerz und das Ergebnis lässt sich ansehen, anfassen und aufkratzen. In meinem Kopf muss ich etwas aufräumen, da herrscht etwas Chaos, wie das weitergehen soll/kann. Denn irgendwie, will ich nicht dass mir das genommen wird. Ausserdem habe ich Angst, das irgendwer dahinter kommt, jemand, der nicht versteht und nicht verstehen kann.

Ich schreibe seit einer gefühlten Ewigkeit, was wohl daher rührt, dass ich bereits 2h für die Schule gearbeitet habe, bevor ich diesen Artikel zu schreiben begann. Für so wenige Worte, die doch so viel bedeuten, nehme ich mir doch gerne die Zeit. Sonst würde ich nur Dümmeres machen.

Und so der Knopfkopf spricht, mehr gibts heute nicht.
~KAIJU~

Verschlafen und die Folgen davon

Der Titel sagts schon. Ich hab irgendwie meinen Wecker ausgeschaltet und bin dann erneut eingeschlafen. Das Gefühl als ich wusste, die ersten beiden Stunden verpasst zu haben war schon ganz schön beknackt. Sofort begann ich mich mies zu fühlen. Ich hasse sowas ja, ich hasse mich in solchen Situationen. Ein paar Schläge links, ein paar rechts und zack, auf dem Arm sind auch zwei neue Linien. Morgens weinen, noch bevor Schule ist, ein schlechter Tagesstart.
Immerhin kein Bildnerisches Gestalten gehabt, ich hasse das Fach. Ist ja eigentlich nur zeichnen, nur kann ich das nicht.

Den Rest des Tages habe ich überstanden. Ich bin wieder auf dem Boden, dem Boden der Tatsachen. Tatsache ist: Ich habe verschlafen. Tatsache ist: Deshalb habe ich mich verletzt. Tatsache ist: Schule macht bereits jetzt wieder mehr Stress, als ich aushalten will/kann.

Ich esse viel, fühle mich so leer dabei und irgendwie kann ich diese innere Leere nicht füllen. Die Gedanken schweifen und schleifen, hüpfen und springen. Mal ist die Welt bunt und dann, wird sie nach und nach dunkel. Und dann wären wir so etwa hier. Wenn ich mir die Situation ansehe, bin ich ganz schön planlos. Ich sehe nicht was nächstet Jahr ist oder sein wird und auch alles andere was kommt macht mir jetzt schon Sorgen. Die Angst vor der Zukunft, vor dem was sein könnte.

Die Realität ist so fern von all dem, von der Zukunft, da ist nichts reales dran. Da ist nichts von dem ich glaube, es erreichen zu können und zu wollen. Die Realität ist auch fern ab von mir. Ich lebe lieber in dieser Traumwelt, dort wo die Farben schöner sind, dort wo die Gedanken nur flüstern. Diese Welt ist noch für mich da und noch bin ich nicht bereit sie aufzugeben, auch wenn sie mir wohl kaum hilft. Wer tut das denn schon?

So geht es nicht weiter. Anders würde es vielleicht gehen, vielleicht auch nicht? Ist es den lohnenswert?

Und so der Knopfkopf spricht, mehr zu berichten hab ich nicht.
~KAIJU~

 

 

Selbstverletzung VS Drogen

Was will unsere Gesellschaft, was wird verlangt, was darf man, was will gesehen werden und was nicht. Keine Frage, wir sind eine Leistungsgesellschaft, es zählt was man hat und was man kann. Es scheint eine Todsünde zu sein, wenn man nicht weiss, was man will, wenn man nicht fähig ist, etwas so wie gewollt zu erledigen.

Also hat man Stress, man fühlt sich unwohl, man zerreisst innerlich, man fühlt sich schlecht, wertlos. Man will sich besser fühlen, oder immerhin anders. Die Gesellschaft tritt einem mit Füssen, nun da man nicht mithält. Das Individuum braucht also ein Mittel um Druck abzubauen, um den Stress loszuwerden um sich abzulenken.
Da wären zwei Dinge, auf die ich hier eingehe. ~Alles in der Theorie, oder so.~ Man kann sich selbst verletzen oder man greift zu Drogen. Zur Veranschaulichung nemen wir an, wir haben in der Kategorie Selbstverletzung: Ritzen, sich wund kratzen, Wunden nicht verheilen lassen/ immer wieder aufkratzen, gegen harte Gegenstände schlagen und sich, im wahrsten Sinne des Wortes, die Haare raufen. In Kategorie Drogenkonsum, nehmen wir die simplen Beispiele, kiffen und Alkoholkonsum.

Das Individuum hat nun die Wahl, ganz simpel, im Stress und in den Sorgen/Ängsten ertrinken, sich mit irgendwelchen Drogen zudröhnen oder sich selbst verletzen. Davon ausgehend, dass keiner ertrinken toll findet, bleiben noch zwei Dinge. Drogen, in unserem Fall Kiffen und Selbstverletzung. Beides klarerweise destruktiv, beides nicht erwünscht, beides verpönt. Und damit sind wir bei der Kernfrage: Soll man lieber kiffen oder soll man sich besser selbst verletzen? Irgenwie wird beides nicht gern gesehen, doch mal im ernst, was ist besser? Kiffen ist illegal, Selbstverletzung nicht, kiffen hinterlässt keine Narben, Selbstverletzung schon. Was will die Gesellschaft? Soll man sich lieber ritzen/kratzen oder dann doch lieber zur Flasche/zum Joint greifen? Und wenn man das tut, soll man es heimlich tun oder soll man davon berichten und es nicht totschweigen?

Soll man sich ritzen/kratzen oder soll man trinken/kiffen? Soll man das zeigen? Wenn ich trinke/kiffe oder mich kratze/ritze, soll ich es dann zeigen/erzählen? Was ist der Gesellschaft lieber? Was ist für dich besser/schlechter und warum? Steht man zu dem was man macht, oder verheimlicht man es? Will es die Gesellschaft wissen? Willst du es wissen?

Und so der Knopfkopf spricht, wissen oder nicht?
~KAIJU~